Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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152 Die Pickwicker.

Garten führen, und er mußte ſie eine halbe Stunde nach⸗ her abholen. Auch am heutigen Tage wurde dieſe Wan⸗ derung unternommen.

Die alte Dame hielt ſehr pünktlich auf die fortge⸗ ſetzte Ordnung, und war daher nicht wenig erſtaunt, als ſie wahrnahm, daß Joe, anſtatt ſie, wie ſonſt, in der Laube allein zu laſſen, ſich nur einige Schritte entfernte, ſich nach allen Richtungen umſah, und dann ſtill und mit geheimnißvoller Miene zurück ſchlich.

Die alte Dame ward furchtſam, und die Angſt flößte ihr ſogleich den Gedanken ein, der Burſche habe im Sinn, ſie zu ermorden, um ihr die Börſe abzuneh⸗ men. Gern hätte ſie nach Hülfe gerufen, wenn ihrer Stimme die Kraft zum Schreien geblieben wäre. Sie beobachtete daher den Burſchen in ſchauderndem Entſetzen, und ihre Angſt ſtieg noch höher, als er auf ſie zukam, und ihr in ungewöhnlich aufgeregtem, und wie es ihr ſchien, drohendem Ton in das Ohr ſchrie:»Maam!«

Ein Zufall wollte, daß Herr Jingle in demſel⸗ ben Augenblick ſich dicht bei der Laube befand. Er ſtand ſtill, um mehr zu vernehmen, wozu er drei Gründe hatte. Erſtens war er neugierig; zweitens war er gar nicht ſerupulös; und drittens undeletztens ſtand er hinter dem grünen Geſträuch ſehr gut verborgen. Alſo er Fuihte »Ma'am!« ſchrie Ioe zum zweiten Mal. 1

»Höre, Joe,« ſprach die alte Dame bebend, vich bi dir doch immer gut geweſen, Joe; habe dich immer ſo gut behandelt. Du haſt nie zu viel zu arbeiten und immer genug zu eſſen gehabt.«

Dieſe letzten Worte fanden bei dem zurtfühlenden Joe beſondern Anklang. Er ſchien gerührt zu ſein, als er mit beller Stimme erwiederte:

»Ja, das habe ich!«