Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 151

O, ein allerliebſter Mann« lispelte die Tante Herrn Tupman zu..

»Und ſieht gut aus dabei!« flüſterte Miß Emilie.

»Ganz charmant,« bemerkte Rachel.

Herr Tupman erinnerte ſich der Wittwe in Roche⸗ ſter und er füͤhlte ſich in ſeinem Gemüth ſehr beunru⸗ higt. Die halbſtündige Unterhaltung, nachdem die andern Herren in die Federn geſunken, verſetzte ihn in einen be⸗ dauernswerthen Zuſtand. Der neue Gaſt war ſehr geſprä⸗ chig, und die Zahl ſeiner Anekdötchen wurde nur durch die ſeiner feinen Aufmerkſamkeiten überboten. Herr Tupman ſah ein, daß er immer mehr in der Gunſt der Miß Rachel ſiel, indeß Jingle immer höher in derſelben emporſtieg. Sein Lachen war ein erkünſteltes, ſeine Heiterkeit eine erzwungene, und als er endlich ſeine glü⸗ hende Schläfe in die Kiſſen getaucht hatte, ſchwelgte in ſeinem Gedankenrevier die ſchauderhafte Luſt, welches Wohlbehagen es ihm ſein müßte, Jingles Kopf jetzt zwi⸗ ſchen dem Federbett und der Matratze zu haben.

Am andern Morgen war der unermüdliche Jingle frühzeitig auf, indeß die anderen Herren noch immer ihren Rauſch nicht ausgeſchlafen hatten. Er wußte die herr⸗ ſchende heitere Stimmung noch mehr zu erhöhen, ſo daß ſelbſt die alte Dame nicht eher ruhte, bis man ihr einige ſeiner feinſten Scherze ins Ohr trompetet hatte; ja ſie ließ ſich ſogar herab, gegen die Tante zu bemerken, daß er ein ſehr kecker junger Burſche ſei ein Urtheil, mit welchem ſämmtliche gegenwärtige Damen überein⸗ ſtimmten.

Ihrer Gewohnheit gemäß, begab ſich die alte Dame an jedem heitern Sommermorgen in die Laube, die am Abend zuvor der Schauplatz einer ſo zärtlichen Scene geweſen war. Sie ließ ſich immer von Joe in den