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Die Pickwicker. 149
rief Herr Winkle, der ſich am Kaſten der Wanduhr mit Mühe aufrecht hielt, den Fluch des Himmels auf jedes Familienmitglied herab, das vom Zubettgehen zu ſpre⸗ chen ſich erkühnen würde. Herr Snodgraß war auf einen Stuhl geſunken und in jedem Zuge ſeiner vielſa⸗ genden Phyſiognomie ſpielte ein ſo hoffnungsloſes, kläg⸗ liches Elend, wie man ſich es nur irgend vorzuſtellen vermag.
»Iſt etwas vorgefallen?« fragten die drei Damen.
»Nichts— vorgefallen,« lallte Herr Pickwick. »Uns— fehlt— gar nichts.— Nicht wahr, Wardle? — uns fehlt nichts— ganz und gar nichts.«
»Ei, das ſollt' ich meinen,« erwiederte der muntere Wirth.»Meine Lieben— dies iſt mein Freund, Herr Jingle— Herrn Pickwicks Freund— macht uns'nen
Beſuch.⸗«
„»Iſt Herrn Snodgraß etwas widerfahren⸗ fragte Emilie beſorgt.
»Nicht das Mindeſte,« antwortete der Fremde. „»Cricketſchmaus— herrliche Geſellſchaft— kapitale Lieder — alter Portwein— Claret— guter, ſehr guter Wein.«
„»Der Wein iſt nicht Schuld, es lag am Lachs,« murmelte Herr Snodgraß mit jämmerlicher Stimme. Wie es ſich auch zuträgt, nie liegt es bei ähnlichen Vor⸗ fällen am Wein.
»Wäre es nicht am rathſamſten, wenn Sie zu Bette gingen?« fragte Emma.»Der Kutſcher und der Haus⸗ knecht würden Sie hinaufbringen können.«
»Ich werde nimmer zu Bette gehen« erklärte Herr Winkle mit Beſtimmtheit.
„Kein Hausknecht in der Welt ſoll mich zu Bette bringen,« ſagte Herr Pickwick entſchieden, worauf er wie⸗ der ſein Lächeln annahm wie vorher.


