148 Die Pickwicker.
„Er muß im höchſten Grade in Schlaftrunkenheit geweſen ſein,« flüſterte Herr Tupman.
„Ich glaube es ſelbſt,« erwiederte ſeine Begleiterin.
Beide lachten aus vollem Herzen.
Herr Tupman ſchoß jedoch fehl. Der Burſche war dies einzige Mal nicht im Schlafe, er war vollkommen wach geweſen und hatte ſehr gut geſehen.
Ueber Tiſch verſuchte Niemand, eine allgemeine Un⸗ terhaltung anzuknüpfen. Die alte Dame war zu Bette. Iſabelle war ganz Aufmerkſamkeit gegen Herrn Trundle, die Tante hatte nur Gehör für Herrn Tupman, und Emiliens Geiſt war, wie es ſchien, mit einem fernen Gegenſtande beſchäftigt— vielleicht war er bei Herrn Snodgraß.
Die elfte Stunde rückte heran— die zwölfte— endlich ſchlug es ein Uhr, und die Herren waren noch immer nicht zurückgekehrt, was Allen große Beſorgniß erweckte. Waren ſie überfallen und beraubt worden?— Sollte man Leute mit Laternen nach allen Richtungen ausſchicken?— Horch! da kommen ſie.— Was konnte Anlaß zu einem ſo langen Ausbleiben ſein?— Und über⸗ dem eine unbekannte Stimme!— Sie eilten hinaus in die Küche, in welche ſich die Verſpäteten begeben hatten, und ſahen ſogleich die tragi⸗komiſche Lage der Dinge ein.
Die Hände in den Taſchen und den Hut bis über das linke Auge auf den Kopf gedrückt, taumelte Herr Pickwick gegen den Küchentiſch, nickte mit dem Kopfe hin und her, und lächelte auf das Wonnetrunkenſte und Sü⸗ ßeſte in einem fort, ohne daß auch nur die kleinſte Spur einer Veranlaſſung zu dieſem Wohlbehagen zu entdecken war. In das Antlitz des alten Wardle war eine hohe Röthe geſtiegen; er hielt die Hand eines fremden Herrn, dem er ewige Freundſchaft ſchwor. Mit matter Stimme


