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„»Herr Tupman, wir werden beobachtet— Alles iſt entdeckt!«
Herr Tupman blickte auf, und— da ſtand, ganz regungslos, der feiſte Burſche, und ſtarrte mit ſeinen großen runden Augen in die Laube hinein, doch, ohne daß in ſeinem Geſichte das Mindeſte zu entdecken gewe⸗ ſen wäre, worin ſelbſt der erfahrenſte Phyſiognom Er⸗ ſtaunen, Neugierde, oder ſonſt einen der Affekte hätte entdecken können, die das menſchliche Gemüth in Bewegung ſetzen. Herr Tupman ſtarrte den feiſten Burſchen an, und je länger er ihm in das runde Geſicht ſah, deſto feſter wurde in ihm die Meinung, daß er entweder nicht ſähe, oder von dem nichts verſtände, was eben in der Laube vorgefallen war. Mit großer Beſtimmtheit ſchrie er ihm daher endlich zu: 3
„»Was ſtehſt Du da, Burſche?«
„»Das Abendeſſen iſt aufgetiſcht,« war die eben ſo beſtimmte Antwort.
„»Kamſt Du eben erſt?« fragte Herr Tupman, ihn forſchend anblickend..
„Eben,« erwiederte der zur unzeit gekommene Gaffer.
Herr Tupman faßte ihn noch ein Mal ſcharf ins Auge, doch ſein Geſicht und ſeine Mienen blieben ganz unverändert. 4 14
Herr Tupman bot der Tante den Arm und führte ſie ins Haus zurück, gefolgt vom feiſten Burſchen.
„»Er hat nichts gemerkt,« flüſterte Herr Tupman.
„»Er weiß von Allem nichts,« ſagte die Schöne.
Hinter ſich vernahmen ſie Laute, wie von einem unterdrückten Lachen. Herr Tupman ſah ſich ſchnell um. Von dem feiſten Burſchen konnten ſie nicht her⸗ rühren, denn ſein Geſicht hatte ſich um keinen Zug verändert.
Die Pickwicker.
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