144 Die Pickwicker.
leidenſchaftlicheres Gefühl, das nur er allein von allen Sterblichen in ihrem Buſen zu enzünden vermochte, her⸗ vorgerufen wurde?— Dieſes waren die Zweifel, die ihn quälten, als er ausgeſtreckt auf dem Sopha lag— dieſes die folternde Ungewißheit, welcher er ſogleich und für immer ein Ende zu machen beſchloß.
Es war Abend.— Jaabelle und Emilie machten einen Spaziergang mit Herrn Trundle.— Die taube alte Dame war in ihrem Lehnſtuhl eingeſchlafen— das Schnarchen des feiſten Burſchen drang in lauten mono⸗ tonen Tönen aus der entfernten Küche her— die derben Mägde ſaßen auf dem Hofe, ſich der Feierſtunde und der Schäckerei mit gewiſſen unbeholfenen zum Haus⸗ halt gehörigen Thieren erfreuend. Und da ſaß nun unſer intereſſantes Paar unbeachtet von Allen, um Niemand ſich kümmernd, und nur mit ſich ſelbſt beſchäf⸗ tigt— da ſaßen ſie, mit einem Wort, wie ein Paar ſorgfältig zuſammengezogene Handſchuhe.
„Ich habe meine Blumen vergeſſen,« ſagte die Tante.
„O, begießen Sie ſie jetzt,« entgegnete Herr Tup⸗ man in zärtlichem Ton.
»Aber Sie würden ſich in der Abendluft erkälten,« ſagte die Tante beſorgt.
»Nein, nein,« entgegnete Herr Tupman aufſtehend, nſie wird mir wohl thun. Erlauben Sie, daß ich Sie begleite.«
Als die Jungfrau das Band geordnet hatte, in wel⸗ chem der Jüngling den Arm trug, ließ ſie ſich von ihm in den Garten führen.
In der obern Ecke deſſelben war eine Laube von Geißblatt, Jasmin und Schlinggewächſen— eins der
allerliebſten Verſtecke, die von leutſeligen Menſchen zur
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