20 Dreißigſtes Kapitel.
bedecken, ehe er fortfahren konnte; ſo ſehr ſchwelgte er in dem Eindruck, den er hervorbrachte.
„Der Neffe, der, wie die geſcheidte Madam Flintwinch be⸗ merkt hat, ein armer Teufel war, dem man allen eigenen Willen ausgetrieben hatte, ſenkt den Kopf und antwortet: „mein Onkel, Sie haben zu befehlen. Handeln Sie nach Ihrem Belieben.“ Monſieur der Onkel handelt nach ſeinem Belie⸗ ben. Das war immer der Fall geweſen. Die glückverheißende Hochzeit findet ſtatt. Die Neuverehelichten kehren in dieſes liebenswürdige Haus heim; die Dame wird empfangen, neh⸗ men wir an, von Flintwinch. Nun, alter Intriguant?“
Jeremiah, die Augen auf ſeine Herrin gewendet, gab keine Antwort. Rigaud ließ ſeinen Blick von Einem auf die Andere ſchweifen, klopfte mit dem Finger an ſeine häßliche Naſe und kluckſte mit der Zunge.
„Sehr bald macht die Dame eine eigenthümliche und in⸗ tereſſante Entdeckung. Von Zorn, Eiferſucht und Durſt nach. Rache erfüllt, entwirft ſie darauf— hören Sie wohl, Ma⸗ dam!— einen Vergeltungsplan, deſſen Laſt ſie ſinnreich ihren unterdrückten Gatten zu tragen und den ſie ihn ſelbſt gegen ihre Feindin anzuwenden zwingt. Welche überlegene Geiſteskraft!“
„Bleib mir vom Leibe, Jeremiah!“ rief voller Aufregung Affery, nachdem ſie wieder die Schürze aus dem Munde ge⸗ nommen.„Aber es war einer meiner Träume, daß Du ihr einmal, als Ihr Euch an einem Winterabend in der Däm⸗ merung zanktet— dort ſitzt ſie und Du ſiehſt ſie an— ſag⸗


