Teil eines Werkes 
10. Th. (1857)
Entstehung
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Die Stunde naht. 17

fühle. Sind dies die gewöhnlichen Veränderungen Ihrer Krankheit, Madam?

Es ging ein Zucken durch ihren gelähmten Arm, als ſie ihn wegriß, aber keins durch ihr Gefühl. Auf ſeinem Antlitz lag ſein früheres teufliſches Lächeln.

Ich habe ein abenteuerliches Leben geführt. Ich bin ein abenteuerlicher Charakter. Ich habe viele Abenteurer kennen gelernt; intereſſante Leute liebenswürdige Ge⸗ ſellſchaft! Einem derſelben verdanke ich meine Kenntniß und meine Belege ich wiederhole es, verehrenswürdige Dame Belege für die reizende kleine Familienge⸗ ſchichte, die ich jetzt erzählen will. Sie werden entzückt davon ſein. Aber bah! ich vergeſſe. Die Geſchichte muß einen Namen haben. Soll ich ſie die Geſchichte eines Hauſes nennen! Aber noch einmal, bah! Es gibt ſo viele Häuſer. Soll ich ſie die Geſchichte dieſes Hauſes nennen?

Ueber das Sopha gelehnt, auf zwei Beinen ſeines Stuh⸗ les und auf dem Ellbogen ſich wiegend und dieſe Hand oft auf ihren Arm legend, um ſeinen Worten mehr Nachdruck zu ge⸗ ben; die Beine übereinander gelegt, mit der rechten Hand manchmal durch das Haar fahrend, manchmal mit dem Finger an die Naſe klopfend, aber mit jeder Gebehrde ſie bedrohend, roh, frech, habgierig, grauſam und im Bewußt⸗ ſein ſeiner Macht, fuhr er ungenirt in ſeiner Erzählung fort.

Alſo wir wollen es die Geſchichte dieſes Hauſes nennen.

Klein Dorrit. X. 2