Die Stunde naht. 15
Kommen Sie auf die Luſt und ich weiß, was Sie zu thun haben.“.
Sie antwortete deshalb weder raſcher noch langſamer. „Wie es ſcheint, ſind Sie in Beſitz eines Papiers— oder von Papieren— gelangt, die ich allerdings wieder zu be⸗ ſitzen wünſchte.“
Mit einem lauten Lachen trommelte Rigaud mit den Ab⸗ ſätzen an den Tiſch und klimperte mit dem Gelde.„Ich ſollte meinen! Diesmal glaube ich Ihnen!“
„Das Papier iſt vielleicht eine Summe Geld werth. Ich kann nicht ſagen, wie viel oder wie wenig.“
„Was zum Teufel!“ fragte er wild.„Selbſt nicht, nach⸗ dem ich Ihnen eine Woche Bedenkzeit geſchenkt habe?“
„Nein! Aus meinen ſpärlichen Mitteln— denn ich ſage Ihnen abermals, wir ſind arm und nicht reich— mag ich, keinen Preis für eine Macht bieten, deren ſchlimmſte und vollſtändige Ausdehnung ich nicht kenne. Dies iſt das dritte Mal, daß Sie mit Ihren Winken und Drohungen hieher kommen. Sie müſſen deutlicher ſprechen, oder Sie können gehen, wohin Sie wollen und thun, was Sie wollen. Es iſt beſſer, auf einmal in Stücke zerriſſen zu werden, als eine Maus zu ſein, die von der Gnade einer ſolchen Katze lebt.“
Er ſah ſie eine Weile mit dem ſchielenden Blick ſeiner zu nahe aneinanderſtehenden Augen böſe an und ſagte dann mit einem teufliſchen Lächeln:
„Sie ſind kühn!“


