Teil eines Werkes 
10. Th. (1857)
Entstehung
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Die Stunde naht. 3

auf derſelben Stelle ſich befand, den er ſeit Jahren einge⸗ nommen hatte, hätte Niemand ſagen können, ohne aufmerk⸗ ſam die Herrin zu betrachten, und zwar mußte er ſchon früher ihr Geſicht geſehen haben. Obgleich ihr unveränderliches ſchwarzes Kleid in jeder Falte genau ſo war wie ehedem, und ſie ihre unveränderliche Haltung ſtreng beibehielt, drängte ſich doch eine ſehr geringe Zunahme der Spannung ihrer Ge⸗ ſichtssüge und des Zuſammenziehens ihrer düſtern Stirn ſo ſehr dem Auge auf, daß es Allem ringsum ſein Gepräge gab.

Wer ſind die Leute? ſagte ſie verwundert, als die bei⸗ den Begleiter eintraten.Was wollen dieſe Leute hier?

Wer dieſe Leute ſind, verehrte Madam? erwiderte Ri⸗ gaud.Meiner Treu, es ſind Freunde Ihres Sohnes, des Gefangenen. Und was ſie hier wollen? Tod meines Le⸗ bens, Madam, das weiß ich nicht. Sie werden gut thun, ſie zu fragen.

Sie wiſſen, Sie riethen uns an der Thür, noch nicht zu gehen, ſagte Pancks.

Und Sie, wie Sie wiſſen, ſagten mir an der Thür, Sie wollten noch nicht gehen, gab Rigaud zurück.Mit Einem Worte, Madam, erlauben Sie mir, Ihnen zwei Spione des Gefangenen vorzuſtellen Verrückte, aber Spione. Wenn Sie wünſchen, daß ſie während unſerer kleinen Unter⸗ redung hier bleiben ſollen, ſo ſagen Sie es. Mir iſt es einerlei.

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