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Neunundzwanzigſtes Kapitel.
würdig, müſſen wir Beide ſelbſt das vergeſſen, was ich war und Sie müſſen mich nur ſehen, wie ich jetzt bin. Ich drücke dieſen Scheidekuß auf Ihre Wange, mein Kind— das mir hätte näher ſtehen, aber nie lieber ſein können— ein zu Grunde gerichteter Mann, der weit entrückt iſt von Ihnen, der für immer getrennt iſt von Ihnen, deſſen Lauf⸗ bahn zu Ende iſt, während die Ihrige erſt beginnt. Ich habe nicht den Muth, zu verlangen, daß Sie mich in meiner Er⸗ niedrigung vergeſſen ſollen; aber ich bitte Sie, meiner nur zu gedenken, wie ich bin.“
Die Glocke fing an zu läuten, zum Zeichen, daß die Gäſte gehen möchten. Er nahm ihren Mantel von der Wand, und hüllte ſie ſorgfältig ein.
„Noch Ein Wort, Klein Dorrit. Ein hartes Wort für mich, aber ein nothwendiges. Die Zeit, wo Sie und dieſes Gefängniß Etwas mit einander gemein hatten, iſt längſt vorüber. Verſtehen Sie mich?“
„O Sie werden mir doch gewiß nicht ſagen,“ rief ſie bitterlich weinend, und ihre gefalteten Hände empor haltend, „daß ich nie wieder kommen ſoll! Sie werden mich gewiß nicht ſo verlaſſen!“
„Ich würde es ſagen, wenn ich könnte; aber ich habe nicht den Muth, ganz dieſes liebe Geſicht zu meiden, und alle Hoffnung auf ſeine Wiederkehr aufzugeben. Aber kommen Sie nicht bald, kommen Sie nicht oft! Das iſt jetzt ein ge⸗ zeichneter Ort, und ich fühle, daß ſein Zeichen auf mir haftet. Sie gehören in eine glänzendere und heiterere
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