Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
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Eine Bitte in der Marſhalſea. 151

hätte; wenn ich durch den Schleier meiner Zurückhaltung und meines Mißtrauens gegen mich ſelbſt ein Licht erkannt hätte, das ich jetzt hell leuchten ſehe, wo es weit entfernt von mir iſt, und mein müder Fuß es nie wieder einholen kann; wenn ich damals gewußt und Ihnen geſagt hätte, daß ich Sie liebte und ehrte, nicht als das arme Kind, das ich in Ihnen zu ſehen pflegte, ſondern als ein Weib, deſſen treue Hand mich hoch über mich ſelbſt heben, und mich zu einem viel glücklichern und beſſern Mann machen würde; wenn ich ſo die Gelegenheit benutzt hätte, die nicht zurück zu rufen iſt o wie ſehr ich dies wünſche, o wie ſehr! und wenn uns damals Etwas fern von einander gehalten hätte, wo ich im mäßigen Wohlſtand mich befand, und Sie arm waren, ſo hätte ich auf das edle Anerbieten Ihres Ver⸗ mögens, geliebtes Mädchen, mit andern Worten antwor⸗ ten können, als mit dieſen, und hätte doch erröthen müſſen, es anzurühren. Aber wie es jetzt iſt, darf ich es nie an⸗ rühren, nie!

Sie bat ihn rührender und inniger mit ihrer kleinen flehenden Hand, als ſie es mit Worten hätte thun können.

Ich bin genug mit Schmach beladen, meine Klein Dorrit. Ich darf nicht ſo tief ſinken, und Sie ſo lieb,

ſo edel, ſo gut mit mir hinunter ziehen. Gott ſegne

Sie, Gott lohne Sie! es iſt vorbei.

Er ſchloß ſie in ſeine Arme, als ob ſie ſeine Tochter wäre.

Immer ſo viel älter, ſo viel rauher und ſo viel weniger