144 Neunundzwanzigſtes Kapitel.
Blumen bethaut hatte, rief Klein Dorrit ihn bei ſeinem Namen. 1
„O mein beſter Freund! Lieber Mr. Clennam, laſſen Sie mich nicht Ihre Thränen ſehen! Außer wenn Sie vor Freuden weinen, mich zu ſehen. Ich hoffe, das iſt der Fall. Ihr armes Herzenskind iſt wieder da!“
So treu, ſo zärtlich und ſo unverdorben vom Glück. Im Tone ihrer Stimme, im Licht ihrer Augen, in der Berüh⸗ rung ihrer Hände ſo engelhaft tröſtend und wahr!
Wie er ſie umarmte, ſagte ſie:„Kein Menſch hat mir geſagt, daß Sie krank wären,“ und ſie legte ihren Arm ſanft um ſeinen Hals, zog ſein Haupt an ihren Buſen, legte eine Hand auf ſein Haupt, ließ ihre Wange auf dieſer Hand ruhen, und liebkoſte ihn ſo zärtlich und, Gott weiß es, ſo unſchuldig, wie ſie ihren Vater in dieſem Zimmer geliebkoſt hatte, als ſie nur ein kleines Kind war und alle die Pflege von Andern bedurfte, die ſie ihm angedeihen ließ.
Als er ſprechen konnte, ſagte er:„iſt es möglich, daß Sie zu mir kommen? und in dieſem Anzug?“
„Ich hoffte, ich würde Ihnen in dieſem Anzug beſſer 1 gefallen, als in jedem andern. Ich habe ihn immer zur Er⸗ innerung bei mir behalten; obgleich ich der Erinnerung nicht bedurfte. Ich bin nicht allein, wie Sie ſehen, ich habe eine 3 alte Bekannte mitgebracht.“
Wie er ſich umſah, erblickte er Maggy in ihrer großen Mütze, die ſie ſeit langer Zeit aufgehabt hatte, mit einem


