Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
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Eine Bitte in der Marſhalſea. 143

eine Zeit lang daran gefreut hatte, fing er verwundert an, ſich zu fragen, wer ſie wol gebracht haben möchte; und er machte die Thür auf, um die Alte zu fragen, die ſie hinge⸗ ſtellt haben mußte, wer ſie gebracht hätte. Aber ſie war fort, und ſchien ſchon lange fort zu ſein; denn der Thee, den ſie ihm auf den Tiſch geſtellt hatte, war kalt. Er verſuchte, ein Taſſe zu trinken, konnte aber den Geruch nicht er⸗ tragen; ſo kroch er nach ſeinem Stuhl am offenen Fenſter zurück, und ſtellte die Blumen auf das runde Tiſchchen aus alter Zeit.

Als die erſte Schwäche in Folge ſeines Herumgehens ihn verlaſſen hatte, verfiel er wieder in ſeinen alten Zuſtand. Eine der nächtlichen Melodien klang durch die ſanftwehende Luft, als die Thür ſeines Zimmers ſich leiſe zu öffnen, und nach einem Augenblick eine ſtille Geſtalt in einem ſchwarzen Mantel dort zu ſtehen ſchien. Es war, als ob ſie den Mantel fallen ließ, und dann ſchien es ſeine Klein Dorrit in ihrem alten verſchabten Anzug zu ſein. Sie ſchien zu zittern und die Hände zu falten, und zu lächeln, und in Thränen aus⸗ zubrechen. 9

Er raffte ſich auf, und rief ihren Namen. Und dann ſah er in dem liebevollen Geſicht von Mitleid und Schmerz, wie in einem Spiegel, wie verändert er war, und ſie kam auf ihn zu, und die Hände auf ſeine Bruſt legend, damit er ſitzen bleibe, und vor ihm auf dem Fußboden niederkniend, und den Mund ihm zum Kuß darbietend, und mit ihren Thränen ihn bethauend, wie der Regen des Himmels die