Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
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Eine Bitte in der Marſhalſea. 141

erkundigte, ob er Etwas für ihn thun könne, ſo that er ſtets, als ob er mit Schreiben beſchäftigt ſei, und antwortete mit heiterer StimmeNein. Der Gegenſtand ihres ein⸗ zigen langen Zwiegeſprächs war nie wieder berührt worden, doch hatte ihn durch alle traurige Wandlungen hindurch Clennam nicht vergeſſen.

Der ſechſte Tag von der Wochenfriſt war ein naſſer, warmer, neblicher Tag. Es war, als ob die Aermlichkeit, die Schäbigkeit und der Schmutz des Gefängniſſes in der ſchwülen Atmoſphäre zunähmen. Mit brennendem Kopf und ſchmerzensmüden Herzen hatte Clennam die Leidensnacht durchwacht, und dem Niedertröpfeln des Regens auf dem Pflaſter des Hofs zugehört und ſeines ſanfteren Rauſchens draußen im Freien gedacht. Ein verſchwimmender Kreis von gelbem Nebel war am Himmel anſtatt der Sonne aufge⸗ gangen, und er hatte den trüben Fleck beobachtet, den ſie auf die Mauer warf. Er hatte die Thore aufmachen hören; hatte vernommen, wie die ſchlecht beſchuhten Füße, die draußen warteten, voruͤberſchleppten, und hatte das Kehren und Waſſerholen und Umherbewegen gehört, womit der Ge⸗ fängnißmorgen anfing. So ſchwach und unwohl fühlte er ſich, daß er viele Male inne halten mußte, während er ſich wuſch, und endlich war er nach ſeinem Stuhl am offenen Fenſter gekrochen. Dort ſaß er im Halbſchlummer, während die Alte, welche ſein Zimmer aufräumte, ihre Morgenarbeit verrichtete.

Halb wirr im Kopfe in Folge des Mangels an Schlaf