Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
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140 Neunundzwanzigſtes Kapitel.

Das Gefühl, zu erſticken, überwältigte ihn manchmal ſo, daß er am Fenſter ſtehen blieb, und ächzend nach Luft ſchnappte. Zu derſelben Zeit brachte eine Sehnſucht nach anderer Luft, und ein Verlangen, außerhalb der leeren, kal⸗ ten Mauer zu ſein, in ihm ein Gefühl hervor, als müßte er wahnſinnig werden von der Inbrunſt des Wunſches.

Viele andere Gefangene hatten vor ihm dieſe Empfin⸗ dung gekannt, und ihre Heftigkeit und Dauer hatten ſie bei ihnen abgeſtumpft, wie es auch bei ihm der Fall war. Zwei⸗ Nächte und ein Tag genügten dazu. Sie kehrte ruckweiſe wieder, aber die Anfälle wurden ſchwächer und ließen länger auf ſich warten. Eine öde Stille erfolgte; und die Mitte der Woche fand ihn in die Abgeſpanntheit eines ſchleichen⸗ den Fiebers verſunken.

Da Cavalletto und Pancks fort waren, hatte er keinen Beſuch zu fürchten, als Mr. und Mrs. Plorniſh. Sein

Streben in Bezug auf dieſes würdige Paar war, daß es ihm

nicht zu nahe kommen möchte; denn in der krankhaften Stimmung ſeiner Nerven wünſchte er allein zu ſein, und nicht ſo niedergedrückt und ſchwach geſehen zu werden. Er ſchrieb ein paar Zeilen an Mrs Plorniſh, des Inhalts, daß

er von ſeinen Angelegenheiten in Anſpruch genommen, und

von der Nothwendigkeit, ſich ihnen ganz zu widmen, ge⸗ zwungen ſei, eine Zeit lang ſogar ſich den angenehmen An⸗ blick ihres freundlichen Geſichts zu entſagen. Was den jungen John betrifft, der täglich zu einer gewiſſen Stunde, wo die Schließer abgelöſt wurden, hereinſah, und ſich