Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Eine Bitte in der Marſhalſea. 139

Neuuundzmanzigétes Kapitel. Eine Bitte in der Marſhalſea.

Kummer und Reue ſind ſchlechte Geſellen für einen Ge⸗ fangenen. Hinbrüten den ganzen Tag lang und ſehr wenig Schlummer des Nachts, ſind ſehr ſchlecht geeignet, einen Mann gegen Unglück zu wappnen. Am nächſten Morgen fühlte Clennam, daß ſeine Geſundheit ſchwand, wie ſchon ſein Muth geſchwunden war, und daß die Laſt, die auf ihm lag, ihn niederdrückte.

Eine Nacht um die andere war er um 12 oder 1 Uhr von ſeinem Jammerlager aufgeſtanden, und hatte an ſeinem Fenſter geſeſſen, um die trübe brennenden Lampen im Hofe zu beobachten, oder ſich umzuſehen nach der erſten bleichen Spur des Tages, als noch Stunden vergehen mußten, ehe es möglich war, daß der Himmel ſie ihm zeigte. Jetzt, als die Nacht kam, konnte er ſich nicht einmal überreden, ſich auszukleiden.

Denn eine brennende Ruheloſigkeit ſtellte ſich ein, ein qualvoller Widerwille gegen das Gefängniß und eine Ueber⸗ zeugung, daß ihm hier das Herz brechen, und er hier ſterben würde, die ihm unbeſchreibliche Leiden verurſachten. Ein ſolcher Abſcheu vor dem Tode bemächtigte ſich ſeiner, daß es für ihn eine Anſtrengung wurde, darin Athem zu holen.