Eine Erſcheinung in der Marſhalſea. 125
wußte, daß man ſeine Geſchichte kannte, ließ er jede Ver⸗ kleidung fallen, und trotzte mit frechem Geſicht der Schande.
„Nein, mein Sohn,“ fuhr er mit den Fingern ſchnippend fort.„Ich ſpiele mein Spiel aus, trotz aller Worte; und beim Tode meiner Seele! ich will es gewinnen. Sie wollen wiſſen, warum ich den kleinen Streich ſpielte, den Sie ge⸗ ſtört haben? Wiſſen Sie alſo, ich hatte und ich habe— verſtehen Sie mich?— und ich habe— eine Waare an Mylady, Ihre liebenswürdige Mutter, zu verkaufen. Ich beſchrieb meine koſtbare Waare, und ich nannte den Preis. Was den Handel betrifft, ſo war Ihre bewundernswürdige Mutter ein Wenig zu ruhig, zu unbeweglich und ſtatuen⸗ artig. Mit Einem Worte, Ihre bewundernswürdige Mutter machte mir Aerger. Um eine Abwechslung in meine Stel⸗ lung zu bringen, und mich zu amüſiren— was! ein Cava⸗ lier muß ſich auf Jemandes Koſten amüſiren können!— kam ich auf den glücklichen Einfall, zu verſchwinden. Ein Gedanke, ſehen Sie, dem Ihre charaktervolle Mutter und mein Flintwinch gar zu gern Wirklichkeit gegeben hätten. Ah! Bah, bah, bah, ſehen Sie mich nicht ſo von oben an! ich wiederhole es, ſie wären ausnehmend froh geweſen, ganz entzückt, vollkommen bezaubert, wenn es geſchehen wäre. Soll ich mich noch ſtärker ausdrücken?“
Er warf den Reſt Wein aus ſeinem Glaſe auf den Fuß⸗ boden, ſo daß Cavalletto faſt davon beſpritzt ward. Das ſchien ſeine Aufmerkſamkeit von Neuem auf dieſen zu lenken. Er ſetzte das Glas hin und ſagte:


