124 Achtundzwanzigſtes Kapitel. 4
Er füllte bei dieſen Worten das Waſſerglas zur Hälfte und trank es aus.
„Ha!“ ſagte er, mit den Lippen ſchmatzend.„Kein ſehr
alter Gefangener, dieſer Wein! Nach Ihrem Ausſehen zu urtheilen, wackerer Herr, wird dieſe Haft Ihr Blut viel eher zähmen, als ſie dieſen heißen Wein mildert. Sie werden mürbe— verlieren ſchon an Fleiſch und Farbe. Mein Compliment!“
Er ſtürzte wieder ein halb gefülltes Glas hinunter, und hielt es vorher und nachher empor, wie um ſeine kleine weiße Hand zu zeigen.
„Nun von Geſchäften,“ ſagte er alsdann.„Sprechen Sie darüber. Sie haben ſich mit Worten freier igt. als mit dem Körper, Sir.“
„Ich habe mir die Freiheit genommen Ihnen zu ſagen, was Sie von ſich ſelbſt recht gut wiſſen. Sie wiſſen, wie wir Alle, daß Sie noch viel ſchlechter ſind.“
„Setzen Sie immer hinzu, ein Cavalier, und es hat nichts auf ſich. Außer in dieſer Hinſicht, ſind wir Alle gleich. Zum Beiſpiel, Sie könnten kein Cavalier ſein, und wenn Sie Ihr Leben hingäben; ich könnte um denſelben Preis nicht anders ſein. Wie groß iſt der Unterſchied! Doch fahren wir fort. Worte, Sir, haben nie Einfluß auf den Fall der Karten oder der Würfel. Wiſſen Sie das? Sie wiſſen es? Ich ſpiele auch ein Spiel, und Worte haben keine Macht darüber.“
Jetzt, wo er Cavalletto gegenüber geſtellt war und


