Teil eines Werkes 
9. Th. (1857)
Entstehung
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Der Zögling der Marſhalſea. 97

für dieſen Abend nicht mehr verlaſſen. John gab ſeine Zu⸗ ſtimmung und ſchlich ſich in dem Schatten der Mauer nach ſeiner Wohnung zurück.

So ſehr beherrſchte ihn noch der Eindruck, daß er, als das ſchmutzige alte Weib fort war, das, auf der Treppe vor ſeiner Thür ſitzend, auf ihn wartete, um ſein Bett zu machen und ihm, während ſie dies that, zu verſtehen gab, daß ſie ihre Inſtruktionen von Mr. Chivery empfangen,nicht von dem alten, ſondern von dem jungen; er in den verblaßten Armſtuhl ſank und den Kopf mit ſeinen beiden Händen drückte, als ob er betäubt wäre. Klein Dorrit ihn lieben! Das war viel verwirrender für ihn als ein Unglück.

Man denke nur die Unwahrſcheinlichkeit. Er war ge⸗ wohnt geweſen, ſie ſein Kind zu nennen und ſein liebes Kind und ihr Vertrauen dadurch in Anſpruch zu nehmen, daß er den Unterſchied in ihren beiderſeitigen Jahren hervorhob und von ſich wie von Einem ſprach, der alt würde. Aber ſie hatte ihn vielleicht nicht für alt gehalten. Ein Etwas erinnerte ihn daran, daß er ſich ſelbſt nicht für alt gehalten, als bis die Roſen auf dem Strom dahin geſchwommen waren.

Er hatte ihre beiden Briefe unter andern Papieren in ſeinem Pulte, und er holte ſie hervor und las ſie. Es ſchien aus ihnen ein Ton herauszuklingen, wie der Ton ihrer lieben Stimme. Es ſchlug an ſein Ohr mit manchen herzlichen Tönen, die mit der neuen Bedeutung nicht unverträglich waren. Jetzt fiel ihm ihr ruhig und doch ſo ſchmerzlich ent⸗ ſagendesnein, nein, nein an jenem Abend in dieſem ſelben

Klein Dorrit. IX. 7