96 Siebenundzwanzigſtes Kapitel.
jetzigen Augenblick veranlaßt, mein Taſchentuch herauszu⸗ ziehen wie ein großes Mädchen, wie die Leute ſagen; ob⸗ gleich ich nicht weiß, warum ein großes Mädchen ein Wort des Vorwurfs ſein ſollte, denn jedes unverfälſchte männliche Gemüth liebt ſie groß und klein! Sagen Sie das nicht, ſagen Sie das nicht!“
Immer noch ſehr achtungswerth im Grunde, obgleich lächerlich genug auf der Oberfläche, zog der junge John das Taſchentuch heraus und zwar mit einer ächten Abweſenheit von Prahlerei oder Verlegenheit, die man nur bei einem Mann, in dem ſehr viel Gutes iſt, findet, wenn er ſein Taſchentuch heraus nimmt und ſich die Augen wiſcht. Nach⸗ dem er ſie getrocknet und ſich den harmloſen Genuß verſchafft hatte, einmal zu ſchluchzen und zu ſchnauben, ſteckte er es wieder ein.
Der Eindruck war immer noch ſo mächtig, daß Arthur nicht viel Worte zuſammenbringen konnte, um mit dem Gegenſtande abzuſchließen. Er verſicherte John Chivery, als dieſer das Taſchentuch wieder eingeſteckt hatte, daß er ſeiner Uneigennützigkeit und der Treue, mit der er an ſeiner Er⸗ innerung an Miß Dorrit feſthalte, volle Anerkennung zolle. Was die von ihm ausgeſprochene Vermuthung betreffe— hier unterbrach ihn John und ſagte:„Keine Vermuthung! Gewißheit!“— ſo werde er darüber vielleicht mit ihm zu einer andern Zeit ſprechen, wolle aber jetzt weiter nichts ſagen. Da er ſich niedergedrückt und müde fühle, wolle er ſich mit John's Erlaubniß auf ſein Zimmer begeben und es
4


