Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
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Die Geſchichte einer Selbſtquälerin. 139

zu ſpät davon los; aber ich wollte nie wieder Einen von ihnen von Angeſicht zu Angeſicht ſehen. Und ich habe Wort gehalten.

Ihr werther Freund folgte mir in meine Zurückgezogen⸗ heit, und war über den Bruch des Verhältniſſes ſehr drollig, obgleich ihm auch die vortrefflichen Leute(in ihrer Art die beſten, die er kannte) leid thaten und er die Nothwendigkeit beklagte, bloße Stubenfliegen mit Keulen todtzuſchlagen. Es dauerte nicht lange, und er betheuerte, und viel aufrich⸗ tiger, als ich damals glaubte, daß er nicht werth ſei, vor den Augen einer Frau von ſolchen Gaben und ſolcher Cha⸗ rakterkraft Gnade zu finden; aber ſchon gut, ſchon gut!

Ihr werther Freund amüſirte mich und amüſirte ſich, ſo lange er daran Geſchmack fand; und erinnerte mich dann, daß wir Beide Leute von Welt wären, daß wir Beide die Menſchen kennten, daß wir Beide wüßten, es gäbe keine Poeſie auf Erden, daß wir Beide darauf gefaßt wären, wie vernünftige Leute unſer Lebensglück auf geſonderten Wegen zu verfolgen und daß wir Beide einſähen, wir würden uns als die beſten Freunde von der Welt begrüßen, wenn wir uns wieder begegnen ſollten. So äußerte er ſich und ich widerſprach ihm nicht.

Es dauerte nicht lange, ſo entdeckte ich, daß er ſeiner gegenwärtigen Frau den Hof machte und daß ihre Eltern mit ihr reiſten, damit ſie außer ſeinen Bereich käme. Ich haßte ſie damals ebenſo ſehr, wie ich ſie jetzt haſſe; und