Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
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134 Einundzwanzigſtes Kapitel.

ſchätzten und neugierig waren, was wol mein voller Werth ſein möchte. Ich war entſchloſſen, daß ſie es nie erfahren ſollten. Ich war vor ihnen unbeweglich und ſtumm; und hätte mich lieber von ihnen tödten laſſen, als daß ich einen Finger bewegt hätte, um ihren Beifall zu gewinnen.

Er ſagte mir, ich handelte ungerecht gegen mich. Ich verneinte das und ſagte, daß weil ich mir Gerechtigkeit wi⸗ derfahren ließ bis zuletzt, ich mich nicht herablaſſen wollte, Einem von ihnen zu ſchmeicheln. Es that ihm faſt weh, als ich hinzuſetzte, ich wünſchte, er möchte ſeine Neigung zu mir nicht ſo zur Schau tragen; aber er ſagte, er wollte ſelbſt dieſe ehrlichen Regungen ſeiner Liebe meiner Seelenruhe opfern.

Unter dieſem Vorwand begann er Vergeltung an mir zu üben. Ganze Stunden lang hielt er ſich fern von mir und ſprach mit jedem Andern eher, als mit mir. Ich habe halbe Abende allein und unbeachtet geſehen, während er ſich mit ſeiner Couſine, meiner Schülerin, unterhielt. Dabei ſah ich in den Augen der Leute, daß ſie glaubten, die Beiden paßten ihrem Ausſehen nach beſſer zuſammen, als er und ich. Ich habe da geſeſſen und bin ihren Gedanken nachgegangen, bis ich fühlte, daß ſein jugendliches Ausſehen mich lächerlich machte, und habe gegen mich gewüthet, daß ich ihn jemals geliebt hatte.

Denn ich hatte ihn geliebt. So wenig er es verdiente und ſo wenig er an alle die Qualen dachte, die es mir koſtete Qualen, die ihn bis zu ſeinem Lebensende ganz und