Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
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Die Geſchichte einer Selbſtquälerin. 133

ſtimmten Eindrucks, daß ich nichts ſei, wie andere Leute, zu erkennen. Ich verließ noch an demſelben Abend das Haus.

Nach ein oder zwei kurzen, ſehr ähnlichen Erfahrungen, die nicht hierher gehören, kam ich in eine andere Familie, wo ich nur Eine Schülerin hatte; ein Mädchen von 15 Jah⸗ ren, die einzige Tochter des Hauſes. Die Eltern waren ält⸗ liche Leute, von Rang und Vermögen. Ein Neffe, den ſie erzogen hatten, beſuchte neben vielen andern Gäſten häufig das Haus; und er fing an mir den Hof zu machen. Ich wies ihn entſchieden zurück; denn ich hatte, als ich hinging, den Entſchluß gefaßt, von Niemand zu dulden, daß er mich bemitleide, oder ſich zu mir herablaſſe. Aber er ſchrieb mir einen Brief und dieſer Brief führte zu unſrer Verlobung.

Er war ein Jahr jünger als ich und ſah noch jünger aus. Er war auf Urlaub von Oſtindien, wo er eine Anſtellung hatte, die bald ſehr gut werden ſollte. In ſechs Monaten ſollte Hochzeit ſein und dann ſollten wir nach Oſtindien gehen. Ich ſollte im Hauſe bleiben und im Hauſe ſollte auch die Hochzeit gefeiert werden. Niemand hatte etwas gegen dieſen Plan einzuwenden.

Ich kann nicht verſchweigen, daß er mich bewunderte; aber ich würde es gern. Eitelkeit hat mit dieſer Erklärung tts zu thun, denn ſeine Bewunderung quälte mich. Er gab ſich keine Mühe, ſie zu verbergen; und machte, daß ich mich unter den reichen Leuten fühlte, als hätte er mich we⸗ gen meines Geſichts gekauft, und ſtellte ſeinen Kauf aus zu ſeiner Rechtfertigung. Ich ſah, wie ſie mich innerlich ab⸗