132 Einundzwanzigſtes Kapitel.
„Vielleicht; aber ich habe es nicht geſagt. Was ich zu berühren wünſche, iſt etwas ganz Anderes. Mein Mann und ich haben darüber geſprochen, ſeitdem wir mit Schmerz be⸗ merkt haben, daß Sie ſich unter uns nicht unbefangen fühlen.“
„Unbefangen? O! Sie ſind ſo vornehme Leute, Mylady,“ ſagte ich.
„Ich bedauere, ein Wort gebraucht zu haben, welches eine Meinung andeuten kann— und in der That andeutet, die ganz gegen meine Abſicht iſt.„(Sie hatte meine Antwort nicht erwartet und fühlte ſich beſchämt.)“ Ich meine nur, daß
'Sie ſich nicht glücklich unter uns fühlen. Es läßt ſich nur ſchwer davon ſprechen; aber unter Frauen von faſt gleichem Alter, vielleicht— kurz, wir haben gefürchtet, daß Ihnen ein Verhältniß, an dem Sie ſelbſt ganz und gar unſchuldig ſind, viel zu ſehr Kuͤmmerniß macht. Wenn dies der Fall iſt, ſo laſſen Sie uns Sie bitten, ſich darüber nicht zu grä⸗ men. Mein Mann ſelbſt hatte, wie wol bekannt iſt, früher eine ſehr geliebte Schweſter, die dem Geſetz nach nicht ſeine Schweſter war, und die allgemein geliebt und geachtet wurde—“
Ich ſah gleich, daß ſie mich nur in das Haus genom⸗ men hatten, um dieſer Todten willen, wer ſie immet ein mochte, und um mir dies vorzurücken und damit prahlen zu können. Die Kinderfrau wußte, um ſie aufzumuntern, mich zu quälen, wie ſie es gethan hatte; und in dem ſcheuen Fernbleiben der Kinder gab ſich mir die Wirkung eines unbe⸗


