Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Geſchichte einer Selbſtquälerin. 131

ich ihr, daß ich fort müſſe. Ich könnte das Zuſammenſein mit dieſer Dawes nicht vertragen.

Miß Wade! die arme Dawes hat Sie herzlich lieb; ſie würde Alles für Sie thun!

Ich wußte im Voraus, daß ſie ſo ſprechen würde; ich war ganz gefaßt darauf; ich gab nur zur Antwort, es komme mir nicht zu, meiner Herrin zu widerſprechen; ich müſſe fort.

Ich hoffe, Miß Wade, entgegnete ſie und verfiel ſo⸗ gleich in den Ton der Ueberlegenheit, den ſie bis dahin ſo dünn verſchleiert hatte,daß nichts, was ich ſeit unſerm Zu⸗ ſammenſein geſagt und gethan habe, Sie rechtfertigt, dieſes unangenehme Wort Herrin zu gebrauchen. Es muß ganz unwiſſentlich von meiner Seite geſchehen ſein. Bitte, ſagen Sie mir, was es iſt.

Ich antwortete, daß ich mich nicht zu beſchweren hätte, weder über, noch gegen meine Herrin; aber ich müßte fort.

Sie zögerte einen Augenblick, und ſetzte ſich dann neben mich und legte ihre Hand auf die meinige. Als ob dieſe Ehre jede Erinnerung auswiſchen müſſe!

Miß Wado, ich fürchte, Sie fühlen ſich unglücklich aus Gründen, über die ich nicht gebieten kann.

Ich lächelte, weil ich an das Erlebniß dachte, an wel⸗ ches mich das Wort erinnerte und ſagte:Ich habe ein un⸗ glückliches Temperament, vermuthe ich.

Das habe ich nicht geſagt.

Es läßt ſich auf dieſe Weiſe leicht Alles erklären, 5 ſagte ich.

9*