Teil eines Werkes 
8. Th. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Keine gerechte Urſache oder Behinderung, ꝛc. 25

und Damen der Schöpfung— hätten ſie Viel thun können, thaten es aber nicht. Die Feierlichkeit ging mit großem Pomp vor ſich; Mönche in ſchwarzen Kutten, weißen Kutten und braunen Kutten blieben ſtehen, um den Kutſchen nach⸗ zuſehen; herumziehende Landleute in Schafpelzen bettelten und muſicirten unter den Fenſtern des hochzeitlichen Hauſes; die engliſchen Freiwilligen zogen vorüber; der Tag verging bis zur Veſperſtunde und das Feſt war vorüber; die tauſend Kirchen läuteten ihre Glocken, ohne darauf Rückſicht zu neh⸗ men, und St. Peter leugnete, daß er Etwas damit zu thun habe.

Aber um dieſe Zeit war die junge Frau dem Ende ihrer erſten Tagereiſe auf der Straße nach Florenz nahe. Es war eine Eigenthümlichkeit dieſer Hochzeit, daß ſie ganz Braut war. Niemand beachtete den Bräutigam. Niemand beach⸗ tete die erſte Brautjungfer. Wenige hätten in dem blenden⸗ den Schimmer Klein Dorrit ſehen können, welche dieſe Rolle übernommen hatte, ſelbſt vorausgeſetzt, daß Viele ſie geſucht hätten. So war die Braut oder vielmehr die junge Frau in ihren ſchönen Wagen geſtiegen, zufällig von dem Bräuti⸗ gam begleitet, und fing jetzt an, nachdem ſie wenige Minu⸗ ten lang ſanft über ein ſchönes Pflaſter gerollt war, ſich durch einen Sumpf der Melancholie und durch eine lange, lange Straße von Verfall und Trümmern mühſam hindurch zu arbeiten. Auch andere Hochzeitswagen ſollen vorher und ſeitdem dieſelbe Straße gefahren ſein.

Wenn ſich Klein Dorrit an dieſem Abend etwas verlaſſen