Fünfzehntes Kapitel.
waren thätige Vorbereitungen für den Tag in Gange, wo einige dieſer Koſtbarkeiten öffentlich gezeigt werden ſollten. Die Hälfte der Engländer in der Stadt des Romulus erhielt Einladungskarten zum Frühſtück, die andere Hälfte machte Anſtalten, auf den verſchiedenen Außenpoſten der Feſtlichkeit als kritiſirende Freiwillige unter die Waffen zu treten. Der hochgeſtellte und ausgezeichnete engliſche Signor Ed⸗ gardo Dorrit kam mit Extrapoſt durch den tiefen Schmutz und die ſchlechten Wege herbeigeeilt, um das Feſt mitzu⸗ feiern. Das beſte Hotel und alle ſeine Kochkünſtler waren mit der Bereitung des Mahles in Anſpruch genommen. Die Anweiſungen Mr Dorrits brachten bei Torlonia faſt eine Geldkriſis hervor. Der engliſche Conſul hatte während ſei⸗ nes ganzen Conſulats keine ſolche Hochzeit gehabt.
Der Tag kam und die Wölfin auf dem Kapitol hätte vor Neid die Zähne fletſchen können, wenn ſie ſah, wie die Inſelbarbaren jetzt ſolche Feſte zu feiern wußten. Die Bild⸗ ſäulen der böſen Kaiſer der Soldateska, welchen Bildhauer nicht ihre häßlichen Mördergeſichter hatten abſchmeicheln können, hätten von ihren Piedeſtalen herabkommen können, um die Braut zu entführen. Der vertrocknete alte Brunnen, wo ſich ehedem die Gladiatoren gewaſchen, hätte zu Ehren des Feſtes wieder munter aufſprudeln können. Der Tempel der Veſta hätte ſich wieder aus ſeinen Trümmern erheben können, nur um auch Etwas zur Verherrlichung des Tages zu thun. Hätten es thun können, aber thaten es nicht. Wie lebendige Weſen— ſelbſt wie manchmal die Herren


