2 Fünfzehntes Kapitel.
bin dagegen.“ Ich will damit nicht ſagen, daß ein Wider⸗ ſpruch von Dir, Amy, von der geringſten Wirkung ſein würde, oder daß ich glaube, Du würdeſt ihn mit der nöthi⸗ gen Feſtigkeit vorbringen. Aber es ſteht hier ein Princip auf dem Spiele— ein kindliches Princip— und ich bitte Dich inſtändigſt, Dich von Mrs. General nicht beſtiefmut⸗ tern zu laſſen, ohne das Princip dadurch zur Geltung zu bringen, daß Du es Deiner Umgebung ſo unbehaglich als möglich machſt. Ich erwarte von Dir nicht, daß Du es durchführſt— ich weiß ſogar, Du wirſt es nicht thun, ſo⸗ weit Papa dabei betheiligt iſt— aber ich wünſche, Dich zu einem Bewußtſein Deiner Pflicht zu bringen. Was meine Unterſtützung in jedem einer ſolchen Heirath zu leiſtenden Widerſtand betrifft, ſo werde ich Dich nicht im Stiche laſſen, meine Liebe. Alles Gewicht, welches mir meine Stellung als verheirathete Dame gibt, die nicht ganz entblößt von Reizen iſt, und gewohnt, wie ich in dieſer Stellung immer ſein werde, dieſer Frau Widerſtand zu leiſten— will ich, darauf kannſt Du Dich verlaſſen, auf das Haupt und das falſche Haar(denn ich bin überzeugt, daß es nicht ächt iſt, ſo häß⸗ lich es iſt und ſo unwahrſcheinlich es erſcheint, daß ein halb⸗ wegs vernünftiger Menſch ſo Etwas kaufen ſollte) von Mrs. General fallen laſſen!“
Klein Dorrit hörte dieſen Rath an, ohne zu wagen, ihm zu widerſprechen, aber ohne Fanny einen Grund zu dem Glauben zu geben, ſie beabſichtige, ihn zu befolgen. Da die ältere Schweſter nun gewiſſermaßen ihr Jungfrauenleben


