20 Fünfzehntes Kapitel.
ſich nicht ſelbſt überlaſſen darf? und weißt Du nicht, daß das der Fall iſt?“
„Ja, ja, Fanny. Du ſagteſt das, das weiß ich.“
„Und Du weißt es,“ entgegnete Fanny.„Alſo, mein Herzenskind, wenn man ihn ſich nicht ſelbſt überlaſſen darf, G ſo folgt daraus, ſollte ich meinen, daß ich ihn begleiten 6 muß?“
„Es— ſcheint ſo, Liebe,“ ſagte Klein Dorrit.
„Hab' ich Dich alſo ſo zu verſtehen, liebſte Amy, daß Du, nachdem Du gehört haſt, welche Schritte in dieſer An⸗ gelegenheit möglich ſind, mir im Ganzen räthſt, ſie zu thun?“
„Es— ſcheint ſo, Liebe,“ ſagte Klein Dorrit abermals.
„Gut alſo—“ rief Fanny mit reſignirter Miene aus, „ſo muß es wol geſchehen! Ich kam zu Dir, meine Liebe, in dem Augenblick, wo ich den Zweifel und die Nothwendig⸗ keit, einen Entſchluß zu faſſen, fühlte. Ich habe mich jetzt entſchloſſen. So mag es alſo ſein!“
Nachdem Fanny in dieſer muſterhaften Weiſe ſchweſter⸗ lichem Rath und der Gewalt der Umſtände nachgegeben, wurde ſie ausnehmend wohlwollend, wie Eine, welche ihre Herzensneigung ihrer theuerſten Freundin geopfert und da⸗ für in ihrem Gewiſſen ein höchſt wohlthuendes Gefühl em⸗ pfand.„Im Grunde, meine gute Amy,“ ſagte ſie zu ihrer Schweſter,„biſt Du die beſte von allen kleinen Schweſtern und voller Einſehen und Verſtand; und ich weiß nicht, wie ich jemals ohne Dich auskommen ſoll!“


