14 Fünfzehntes Kapitel.
es nicht beanſpruchen, wenn es nicht wirklich das meinige iſt. Es gebührt lediglich Papa. Ich bin Ihnen tief ver⸗ pflichtet für Ihre Aufmunterung und Ihren Beifall, aber Papa allein hat dieſe gewünſcht. Ich habe Ihnen. Mrs. General, dafür zu danken, daß Sie durch Ihre bereitwillige Zuſtimmung zu meiner Verlobung mein Herz von einer gro⸗ ßen Laſt befreit haben. Ich hoffe, Sie werden auch, nach⸗ dem ich das Vaterhaus verlaſſen habe, fortfahren, meine Schritte zu billigen und auch meiner Schweſter noch lange die Gunſt ihrer Herablaſſung zu Theil werden laſſen.“
Mit dieſer Rede, welche ſie in ihrer höflichſten Manier von ſich gab, verließ Fanny mit eleganter und heiterer Miene das Zimmer— um, ſo wie ſie aus dem Hörbereich war, mit geröthetem Geſicht die Treppe hinauf zu eilen, zu ihrer Schweſter zu ſtürzen, ſie einen kleinen Maulwurf zu nennen, ſie zu ſchütteln, damit ſie beſſer ſehen lerne, ihr zu erzählen, was unten geſchehen, und ſie zu fragen, was ſie jetzt von Papa denke?
Gegen Mrs. Merdle benahm ſich die junge Dame mit großer Unabhängigkeit und vielem Selbſtbewußtſein, aber ohne bis jetzt offen feindſelig aufzutreten. Gelegentlich hat⸗ ten ſie ein kleines Scharmützel, wie z. B., wenn Fanny glaubte, die Dame wolle ſie auf die Achſel klopfen, oder wenn Mrs. Merdle beſonders jugendlich und gut ausſah; aber Mrs. Merdle machte dieſen Tournieren immer bald da⸗ durch ein Ende, daß ſie mit der anmuthigſten Gleichgültig⸗ keit in ihre Kiſſen zurückſank und ihre Aufmerkſamkeit ander⸗


