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Raths erholen. 147
ahnt ſie wenig, wie ich's ihr vergelten würde, wenn ich ih⸗ ren Sohn heirathete. Ich wollte ihr in Allem entgegen ſein und ihr in Allem den Rang ablaufen. Ich würde es zur Beſchäftigung meines Lebens machen.“
Fanny ſetzte jetzt das Fläſchchen hin und ging in der Stube auf und ab; ſtand aber immer ſtill, während ſie ſprach.
„Eins könnte ich gewiß erreichen, Kind; ich könnte ſie älter machen. Und das würde ich thun!“
Sie fing wieder an, im Zimmer auf und ab zu gehen.
„Ich würde von ihr reden, wie von einer alten Frau. Ich würde vorgeben, ganz genau ihr Alter zu wiſſen— und ich brauchte es gar nicht vorzugeben, denn ich würde es von ihrem Sohn erfahren. Und ſie ſollte mich ſagen hören, Amy— ganz liebreich und wie es einer gehorſamen Schwie⸗ gertochter geziemt— wie gut ſie conſervirt ſei, wenn man ihr Alter bedenke. Schon dadurch, daß ich viel jünger bin, würde ich ſie älter ausſehen machen. Ich bin vielleicht nicht ſo ſchön wie ſie; darüber bin ich vielleicht kein unparteiiſcher Richter; aber ich weiß, ich bin ſchön genug, um ihr ein Dorn in der Seite zu ſein. Und ich würde es ſein!“
„Liebe Schweſter, würdeſt Du Dich dafür zu einem un⸗ glücklichen Leben verdammen?“
„Es würde kein unglückliches Leben ſein, Amy. Es wäre das Leben, für das ich geeignet bin. Ob aus Anlage oder in Folge von Verhältniſſen, iſt gleichgültig; ich bin für ein ſolches Leben beſſer geeignet, als für faſt jedes andere.“


