Elftes Kapitel.
Wiſſen Sie, daß ich ſeit der Veränderung in unſern Vermögensverhältniſſen, obgleich es mir vorkommt, als träumte ich öfter, als früher, ich immer von mir geträumt habe, als wäre ich ſehr jung? Ich bin nicht ſehr alt, wer⸗ den Sie ſagen. Nein, aber das meine ich nicht. Ich habe immer von mir geträumt, als von einem Kinde, das Nähen lernt. Oft träumt mir, ich wäre wieder dort und ſähe wenig bekannte Geſichter in dem Hofe, die ich glauben ſollte, ganz vergeſſen zu haben; aber ebenſo oft bin ich im Traume auch auf Reiſen— in der Schweiz, in Frankreich oder Italien— irgend wo, wo wir geweſen ſind— aber immer als das kleine Kind. Ich bin im Traume zur Frau Generalin hin⸗ unter gegangen, mit den Flicken auf den Kleidern, in dem ich mich meiner zuerſt erinnere. Oft genug hat mir geträumt, ich ſetze mich in Venedig in großer Geſellſchaft zu Tiſch in Trauer um meine arme Mutter, in demſelben Kleide, das ich als Kind von acht Jahren trug, und noch lange trug, nachdem es ganz dünn geworden war, und ſich nicht mehr wollte flicken laſſen. Dann hat mir der Gedanke großen Kummer gemacht, wie ſchlecht verträglich es der Geſellſchaft mit dem Reichthum meines Vaters vorkommen, und wie ſehr es ihn und Fanny und Edward kränken und ihnen Schande bringen würde, daß ich ſo offen darlegte, was ſie Alle ge⸗ heim zu halten wünſchten. Aber während ich darüber nach⸗ dachte, bin ich doch kleines Kind geblieben, und in demſel⸗ ben Augenblicke habe ich geträumt, ich ſäße ſehr bekümmert am Tiſche, berechnete die Koſten des Eſſens, und wäre halb


