Teil eines Werkes 
7. Th. (1857)
Entstehung
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Ein Brief von Klein Dorrit. 73

ſagte ihr, daß mir dieſer Name viel lieber wäre als jeder an⸗ dere, und ſo nennt ſie mich auch Klein Dorrit.

Vielleicht hat Ihnen ihr Vater oder ihre Mutter noch nicht geſchrieben, und Sie wiſſen noch nicht, daß ſie einen kleinen Sohn hat. Er wurde erſt vor zwei Tagen geboren, und genau eine Woche nach ihrer Ankunft. Sie waren dar⸗ über ſehr glücklich. Jedoch, ich muß Ihnen ſagen, da ich Ihnen Alles ſagen ſoll, daß es mir vorkommt, als wäre ihr Verhältniß zu Mr. Gowan etwas geſpannt, und daß ſie ſein ſpöttiſches Weſen gegen ſie zuweilen für eine Kränkung der Liebe, die ſie für ihr Kind hegen, zu halten ſcheinen. Erſt geſtern, als ich dort war, ſah ich Mr. Meagles die Farbe wechſeln und aufſtehen und hinausgehen, als ob er fürchtete, er könnte es offen herausſagen, wenn er durch dieſes Mit⸗ tel nicht vorbeugte. Und doch bin ich überzeugt, daß ſie beide ſo rückſichtsvoll, wohlwollend und verſtändig ſind, daß er ſie damit verſchonen könnte. Es iſt hart von ihm, nicht ein wenig mehr an ſie zu denken.

Ich unterbrach mich bei dem letzten Abſatz, um das Ganze noch einmal durchzuleſen. Es kam mir anfangs vor, als verſuchte ich eigentlich blos, mir ſelbſt Alles verſtändlich zu machen und zu erklären, daß ich halb Luſt hatte, den Brief nicht abzuſchicken Aber als ich ein wenig darüber nachgedacht hatte, fing ich an zu hoffen, daß Sie gleich ſehen würden, ich hätte nur Ihretwegen ſo aufgemerkt und nur Das beach⸗ tet, was ich blos beachtet zu haben glaube, weil das In⸗ tereſſe, das Sie dafür nehmen, mich dazu aufmunterte.