Teil eines Werkes 
7. Th. (1857)
Entstehung
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72 Elftes Kapitel.

es mir geſagt hat), daß ſie an dieſem Freunde keinen Gefal⸗ len findet. Er hat auch für mich etwas ſo Zurückſtoßendes, daß es eine wahre Erleichterung für meine Seele iſt, daß er gegenwärtig ſich nicht hier befindet. Wie viel mehr muß das bei ihr der Fall ſein!

Aber was ich Ihnen ganz beſonders mittheilen wollte und warum ich mich entſchloſſen habe, Ihnen ſo Viel zu ſa⸗ gen, ſelbſt während ich fürchte, es möchte Sie ohne Grund ein wenig beunruhigen, iſt Folgendes. Sie iſt ſo voll wah⸗ rer und hingebender Liebe und weiß ſo vollkommen, daß alle ihre Liebe und Pflicht für immer ihm gehören, daß Sie über⸗ zeugt ſein können, ſie wird ihn lieben, ihn bewundern und alle ſeine Fehler verbergen bis ſie ſtirbt. Ich glaube, ſie verhehlt dieſelben ſogar ſich ſelbſt und wird es immer thun. Sie hat ihm ein Herz geſchenkt, das ſie nie wieder zurück⸗ nehmen kann, und wie ſehr er es auch verſuchen mag, nie wird er ihre Liebe erſchöpfen. Sie wiſſen das, wie Alles, viel beſſer als ich; aber ich mußte Ihnen ſagen, welchen Charakter ſie an den Tag legt und daß Sie nie zu gut von ihr denken können.

Ich habe in dieſem Briefe noch nicht ihren Namen ge⸗ nannt, aber wir ſind jetzt ſo gut Freund, daß ich ſie bei ihrem Vornamen nenne, wenn wir ruhig bei einander ſitzen, und ſie auch aber nicht bei meinem Taufnamen, ſondern bei dem Namen, den Sie mir gegeben haben. Als ſie mich an⸗ fing Amy zu nennen, erzählte ich ihr meine kurze Geſchichte, und daß Sie mich immer Klein Dorrit genannt hätten. Ich