Teil eines Werkes 
7. Th. (1857)
Entstehung
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Die Träume von Mrs. Flintwinch mehren ſich. 55

dick und ſchwer machten. Und wie der Schatten immer dü⸗ ſterer wurde, je näher er ſeiner Quelle kam, dachte er an die Geheimniſſe der einſamen Kirchengrüfte, wo die Leute, die heimlich in eiſernen Koffern eingeſcharrt und aufgehoben hatten, jetzt auch in ähnlicher Weiſe aufgehoben waren, im⸗ mer noch im Stande, andern wehe zu thun; und dann an die Geheimniſſe des Fluſſes, wie er zwiſchen zwei finſtern Labyrinthen von Geheimniſſen, die ſich dicht gedrängt viele Meilen weit erſtreckten und die von wehenden Lüften und fliegenden Vögeln heimgeſuchten Auen und Felder aus⸗ ſchloſſen, ſeine trübe wirbelnde Fluth hinrollte.

Aber immer noch wurde der Schatten dunkler, wie er dem Hauſe näher kam und das düſtere Zimmer, wo ſein Vater früher gewohnt, noch behaftet mit der Erinnerung an das flehende Geſicht, das er ſelbſt erſtarren geſehen hatte, wie er allein neben dem Bette wachte, ſtieg vor ſeiner Seele auf. Seine ſtickige Luft athmete Geheimniß. Das Düſter und der Schimmel und der Staub des ganzen Gebäudes athmete Geheimniß. Im Herzen deſſelben waltete ſeine Mut⸗ ter mit ſtarrem Antlitz und unbeugſamem Willen, mit feſter Hand alle Geheimniſſe aus ihrem eigenen und aus ſeines Vaters Leben bewahrend und mit ſtrengem Sinn dem letzten, großen Geheimniß alles Lebens die Stirn bietend.

Er hatte in die ſchmale und ſteile Straße eingelenkt, in welcher das Haus im Hintergrunde ſeines Hofes ſtand, als ein anderer Schritt hinter ihm ebenfalls einlenkte, und zwar ſo dicht hinter ihm, daß er gegen die Wand gedrängt wurde.