54 Zehntes Kapitel.
letzten Begegnens mit Miß Wade und Tattycoram zu er⸗ ſchöpfen. Er hatte darüber nicht mehr erfahren können und konnte ihn doch auch nicht vergeſſen, und auf dieſem unbe⸗ friedigenden Punkte mußte er die Sache liegen laſſen.
Während dieſer Zeit war er nicht in dem unwohnlichen alten Hauſe ſeiner Mutter geweſen. Da aber jetzt wieder einer ſeiner gewöhnlichen Beſuchsabende gekommen war, verließ er kurz vor neun Uhr ſeine Wohnung und ſeinen Ge⸗ ſchäftstheilhaber und ſchlug langſam den Weg nach dem un⸗ heimlichen Hauſe ſeiner Jugend ein.
Es machte immer auf ſeine Phantaſie den Eindruck von etwas Grimmigem, Geheimnißvollem und Trauerndem; und ſeine Phantaſie war empfänglich genug, um die ganze Nach⸗ barſchaft wie von einem dunklen Schatten umdüſtert zu ſehen. Wenn er in einer unwirthlichen Nacht durch die ſchwach erleuchteten Straßen ging, ſchienen ſie ihm alle ſchauerliche Geheimniſſe aufzubewahren. Die verlaſſenen Comtoirs mit ihren Geheimniſſen von Büchern und Papie⸗ ren, in Kaſten und Schränken eingeſchloſſen; die Bankhäuſer mit ihren Geheimniſſen von feuerfeſten Zimmern und Kel⸗
lern, deren Schlüſſel ſich in ſehr wenigen geheimen Taſchen und geheimſten Herzen befanden; die Geheimniſſe aller der zerſtreuten Arbeiter in der ungeheuren Mühle, unter denen ſich jedenfalls Räuber, Fälſcher und Betrüger allerlei Art befanden, welche das Licht jedes anbrechenden Tages zur Entdeckung bringen konnte; er hätte ſich einbilden können, daß dieſe Dinge aus ihrem geheimen Verſteck heraus die Luft


