144 Siebentes Kapitel.
„Auf mein Wort, meine Liebe,“ entgegnete dieſe junge Dame mit ungemein gleichgültigem Tone,„ich möchte nicht einmal dafür mit Beſtimmtheit ſtehen. Niemand weiß, was paſſiren könnte. Beſonders da ich ſpäter viele Gelegenheiten haben würde, jenes Weib, ſeine Mutter, in ihrem eignen Styl zu behandeln, deren mich zu bedienen ich ſicherlich nicht lange anſtehen würde, Amy.“
Es geſchah dies Mal nichts weiter zwiſchen den beiden Schweſtern; aber was geſchehen war, rückte die beiden Fra⸗ gen über Mrs. General und Mr. Sparkler ſehr in den Vor⸗ dergrund von Klein Dorrits Gemüth, und fortan dachte ſie ſehr viel an Beide.
Da Mrs. General ſchon längſt ihr eignes Benehmen ſo vollkommen ausgebildet hatte, daß es Alles verbarg, was da⸗ hinter war(wofern überhaupt irgend Etwas dahinter war), ſo war in dieſer Richtung keine Beobachtung zu machen. Mr. Dorrit war unläugbar ſehr artig gegen ſie und hatte eine ſehr hohe Meinung von ihr, aber Fanny, ungeſtüm in den meiſten Fällen, konnte trotzdem leicht irren. Dagegen nahm die Frage wegen Sparkler eine andere Stelle ein, ſodaß Jeder ſehen konnte, was da vorging, und Klein Dorrit ſah es, und ſann darüber nach, indem ſie ſich mancherlei Zweifel und Fragen vorlegte.
Die Hingebung Mr. Sparklers war nur mit der Lau⸗ nenhaftigkeit und Grauſamkeit Derjenigen zu vergleichen, die ihn zum Sklaven gemacht. Bisweilen bevorzugte ſie ihn und zeichnete ihn durch ſolche Aufmerkſamkeiten aus, daß er vor


