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auf dem Berge gefunden worden. Dort im Winkel ſtand mit ihrem Säugling an der Bruſt die Mutter, die vor vielen Wintern ſich im Sturm verſpätet. Dort der Mann, welcher erfroren, während er vor Angſt oder Hunger den Finger in den Mund geſteckt, und welcher ihn nach ſo vielen Jahren noch immer mit ſeinen vertrockneten Lippen zuſammenpreßt. Eine grauſige Geſellſchaft, geheimnißvoll zuſammengekom⸗ men! Ein finſteres Geſchick, wenn jene Mutter es hätte vor⸗ ausſehen können: Umgeben von ſo vielen und ſolchen Ge⸗ fährten, die ich nie ſah und nie ſehen werde, werden ich
Erſtes Kapitel.
und mein Kind unzertrennlich auf dem großen St. Bernhard
wohnen, Geſchlechter überdauernd, welche uns zu ſehen kommen und nie unſern Namen noch ein Wort unſerer Ge⸗ ſchichte mit Ausnahme des Endes erfahren werden.
Die lebenden Reiſenden dachten in dieſem Augenblicke wenig oder nicht an die Todten. Sie dachten vielmehr dar⸗ an, vor der Kloſterthür abzuſteigen und ſich am Kloſterfeuer zu wärmen. Sich losmachend aus dem Gewirr, welches ſich bereits beruhigte, da man angefangen, den Trupp der Maulthiere in den Stall zu bringen, eilten ſie vor Kälte zitternd die Stufen hinauf und in das Gebäude. Drinnen herrſchte, von dem Geſchoß, wo die angebundenen Thiere ſtanden, heraufkommend, ein Geruch gleich dem Dufte einer Menagerie. Es gab im Innern ſtarke gewölbte Galerien, gewaltige Steinpfeiler, große Treppen und dicke Mauern, durchbrochen von kleinen, tiefeingeſenkten Fenſtern— Be⸗ feſtigungen gegen die Gebirgsſtürme, als ob dieſe menſchliche


