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Reiſegefährten. 5
heranſteigende Nacht herauf wie ein ſchwellendes Waſſer. Als ſie zuletzt bis zu den Mauern des Kloſters des großen St. Bernhard ſtieg, war es, als ob dieſes wetterzernagte Gebäude eine zweite Arche wäre, und auf den ſchattigen Wellen dahinſchwömme.
Die Finſterniß war, indem ſie einige Beſucher auf Maul⸗ thieren überholte, auf dieſe Weiſe bis zu den rauhen Klo⸗ ſtermauern emporgeſtiegen, als dieſe Reiſenden noch den
Berg heraufklimmten. Wie die Hitze des glühenden Tages,
wenn ſie angehalten hatten, um aus den Bächen geſchmol⸗ zenen Eiſes und Schnees zu trinken, ſich in die durchdrin⸗ gende Kälte der froſtigen dünnen Nachtluft, wie ſie auf gro⸗ ßen Höhen iſt, verwandelt hatte, ſo hatte die friſche Schön⸗ heit der untern Landſchaft der Dürre und Oede Platz gemacht. Ihr Weg war jetzt ein Felſenpfad, welchen die Maulthiere, einzeln gehend, hinaufkrabbelten und ſich von Block zu Block wendeten, als ob ſie die trümmerhafte Treppe einer gigantiſchen Ruine erſtiegen. Nirgends waren Bäume zu ſehen, nirgends irgendwelcher Pflanzenwuchs, ausge⸗ nommen ein armſeliges braunes, flockiges Moos, das in den Felſenritzen erfrieren wollte. Wettergeſchwärzte Holzarme am Wegrande zeigten nach dem Kloſter hinauf, als ob die Geiſter früherer Reiſender, welche vom Schnee verſchüttet worden, auf dem Schauplatz ihrer Todesnoth ſpukten. Mit Eiszapfen behangene Höhlen und Keller, als Zufluchtsorte bei plötzlichen Stürmen erbaut, waren wie ebenſo viele flü⸗ ſternde Stimmen der Warnung vor den Gefahren des Ortes,


