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Sechsunddreißigſtes Kapitel.
laubten. Zwei oder drei Fahnen waren entfaltet, und die Kinder hatten ſich mit einer Fülle von Bändern geſchmückt. Mr. Dorrit ſelbſt bewahrte bei dieſer wichtigen Gelegenheit eine ernſte, aber anmuthige Würde. Ein großer Theil ſeiner Aufmerkſamkeit war ſeinem Bruder gewidmet, hinſichtlich deſſen Benehmen bei der großen Feierlichkeit er einige Un⸗ ruhe empfand.
„Mein theurer Frederick“, ſagte er,„wenn Du mir Dei⸗ nen Arm geben willſt, wollen wir miteinander unter unſre Freunde hinausgehen. Ich denke, es ſchickt ſich, daß wir Arm in Arm hinausgehen, mein theurer Frederick.“
„Ha!“ ſagte Frederick.„Ja, ja, ja, ja!“
„Und wenn Du, mein theurer Frederick— wenn Du, ohne Dir zu viel Zwang anzuthun, ein wenig mehr(bitte, entſchuldige mich, Frederick) ein wenig mehr Feinheit in Dein gewöhnliches Benehmen legen könnteſt“—
„William, William“, ſagte der Andre kopfſchüttelnd, „es iſt Deine Sache, alles Das zu thun. Ich weiß nicht, wie ichs machen ſoll. Alles vergeſſen, vergeſſen!“
„Aber mein lieber Junge“, erwiderte William,„gerade deshalb, wenn nicht aus andern Gründen, mußt Du durch⸗ aus verſuchen, Dich aufzuraffen. Was Du vergeſſen haſt, mußt Du jetzt beginnen, Dir zurückzurufen, mein lieber Frederick. Deine Stellung“—
„Wie?“ ſagte Frederick.
„Deine Stellung, mein theurer Frederick.“
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