Teil eines Werkes 
5. Th. (1856)
Entstehung
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10 Dreißigſtes Kapitel.

Putzſtübchen der Familie, welches man ihm ſchließlich ein⸗ räumte. Hier in trocknen Kleidern und parfümirter Wäſche, mit glattgekämmten Haaren, einen großen Ring an jedem Zeigefinger und eine maſſive Uhrkette zeigend, hatte Mr. Blandois, indem er auf ſein Eſſen wartend mit emporge⸗ zognen Knien in einem Sitz am Fenſter lehnte(trotz all der Verſchiedenheit in der Faſſung des Juwels) eine furchtbare und erſtaunliche Aehnlichkeit mit einem gewiſſen Monſieur Rigaund, welcher einſt ſo auf ſein Frühſtück gewartet, indem er auf dem ſteinernem Fenſterſimſe vor dem Eiſengitter einer Zelle in einem ſcheußlichen Kerker zu Marſeille lag.

Seine Gier beim Eſſen hatte ebenfalls die größte Aehn⸗ lichkeit mit der Gier Monſieur Rigauds beim Frühſtück. Die geizige Manier, in der er alle Eßwaaren um ſich ſammelte und einige mit den Augen verſchlang, während er die übri⸗ gen mit den Kinnbacken verarbeitete, war dieſelbe Manier. Seiner äußerſten Nichtachtung andrer Leute, die ſich in der Weiſe kundgab, mit der er die kleinen Nippſachen der Frauen herumwarf, Kiſſen, an denen Jenen das Herz hing, unter ſeine Stiefeln ſchleuderte, um eine weichere Unterlage zu ha⸗ ben, und feine Decken mit ſeinem großen Körper und ſeinem dicken ſchwarzen Kopfe zerdrückte, lag dieſelbe brutale Selbſt⸗ ſucht zu Grunde. Die ſanft ſich bewegenden Hände, die un⸗ ter den Gerichten ſo geſchäftig herumfuhren, hatten die alt⸗ bekannte widerliche Gewandheit der Hände, die an die Eiſen⸗ ſtäbe ſich geklammert. Und als er nicht mehr eſſen konnte und ſich die zarten Finger einen nach dem andern ableckte