4 Dreißigſtes Kapitel.
da war und ihr zuredete.„Hab' ich Ihnen nicht geſagt, daß
Alles in der Ordnung iſt? Halten Sie ſich an das Weibsbild,
hat ſie denn gar kein Bischen Vernunft im Leibe?“ „Fürchtet ſich wol?“ bemerkte der Fremde.
„Fürchten?“ ſagte Mr. Flintwinch, indem er den Kopf zu einer lebhaften Verneinung umdrehte, während er mit der Kerze vorausging.„Die hat mehr Courage als neunzig Männer von hunderten, Sir, das können Sie glauben.“
„Und doch iſt ſie eine Kranke?“
„Seit vielen Jahren krank. Mrs. Clennam. Die einzige, die von dieſem Namen im Hauſe noch übrig iſt. Meine Ge⸗ ſchäftstheilhaberin.“
Indem er, während er quer über das Vorhaus ging, einige Entſchuldigungen vorbrachte, daß ſie zu dieſer Stunde der Nacht Niemand zu empfangen pflegten und ſtets eingeſchloſſen wären, führte ihn Mr. Flintwinch in ſeine Schreibſtube, wo es ziemlich geſchäftsmäßig ausſah. Hier ſtellte er das Licht auf ſein Pult und ſagte mit ſeiner wunderlichſten Halsver⸗ renkung gegen ihn:„Ich ſtehe zu Befehl.“
„Mein Name iſt Blandois.“
„Blandois, den kenne ich nicht“, ſagte Jeremiah.
„Ich hielt es für möglich“ fuhr Jener fort,„daß Sie von Paris benachrichtigt worden wären—
„Wir haben keine Nachricht von Paris in Betreff Jeman⸗ des, der Blandois heißt“, ſagte Jeremiah.
„Alſo keine Nachricht?“ „Nein.“


