Teil eines Werkes 
4. Th. (1856)
Entstehung
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Mrs. Flintwinch fährt fort zu träumen. 157

Klein Dorrit küſſen und dann beide Schlauköpfe ſich einan⸗ der umarmen und in Thränen zärtlichen Mitgefühls mit der ganzen Menſchheit zerfließen ſehen werde. Die Idee machte ſie völlig verblüfft, als ſie den leichten Fußtritten die Treppe hinab folgte, um die Hausthür ſicher zu ſchließen.

Als ſie dieſelbe öffnete, um Klein Dorrit hinauszulaſſen, fand ſie, daß Mr. Pancks, ſtatt ſeiner Wege gegangen zu ſein, wie man von ihm an einem weniger wunderſamen Orte und unter weniger wunderſamen Umſtänden vernünftiger Weiſe hätte erwarten können, vor dem Hauſe draußen im Hofe auf und ab ſpazierte. In dem Augenblicke, wo er Klein Dorrit ſah, ging er raſch an ihr vorbei, ſagte mit dem Finger an ſeiner Naſe(wie Mrs. Affery deutlich hörte):Pancks, der Zigeuner, beim Wahrſagen! und ging fort.

Gott ſteh' uns bei, hier iſt nun ein Zigeuner und ein Wahrſager darin! ſchrie Mrs. Affery.Was wird nächſtens noch kommen?

Sie ſtand an einem regneriſchen Gewitterabende an der offenen Thür und quälte ſich mit dieſem Räthſel ab. Die Wolken flogen raſch dahin, der Wind kam in Stößen daher⸗ geſauſt, mit denen er Fenſterladen in der Nachbarſchaft, die losgegangen waren, herumwarf, die roſtigen Schornſteinkap⸗ pen und Wetterhähne herumwirbelte und in einem benachbar⸗ ten engen Kirchhofe im Kreiſe herumwüthete, als ob er ſich's in den Kopf geſetzt hätte, die todten Bürger aus ihren Grä⸗ bern zu wehen. Der dumpfe Donner, der in allen Himmels⸗ gegenden zugleich rollte, ſchien Rache für dieſe beabſichtigte