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Mrs. Flintwinch fährt fort zu träumen. 151
zeitung nach Schiffernachrichten und Schlußpreiſen zu ſehen und ſelbſt mit Kauffahrteiſchiffskapitainen, welche dieſes Etabliſſement beſuchten, einigermaßen Bekanntſchaft zu ma⸗ chen. Täglich zu einer gewiſſen Zeit hielt er und Mrs. Clen⸗ nam eine Berathung über Geſchäftsangelegenheiten, und es ſchien Affery, die ſtets herumtaſtete, lauſchte und beobachtete, daß die beiden Schlauköpfe Geld machten.
Der Gemüthszuſtand, in welchen Mr. Flintwinch's Ehe⸗ hälfte verfallen war, hatte jetzt begonnen, ſich ſo ſehr in allen ihren Blicken und Handlungen auszuprägen, daß die beiden Schlauköpfe ſie ſehr geringſchätzten und als eine Perſon be⸗ trachteten, welche nie von ſtarkem Geiſte geweſen und jetzt im Begriffe wäre, albern zu werden. Vielleicht weil ihr Aeuße⸗ res nicht von commerziellem Gepräge war, oder vielleicht, weil es ihm einfiel, der Umſtand, daß er ſie geheirathet, möchte in den Gemüthern ſeiner Kunden Zweifel über ſeinen Verſtand erwecken, befahl ihr Mr. Flintwinch, über ihre ehe⸗ lichen Beziehungen den Mund zu halten und ihn außer dem Trio im Hauſe nie Jeremiah zu nennen. Ihr häufiges Ver⸗ geſſen dieſer Ermahnung verſtärkte ihr ſchreckhaftes Weſen, da Mr. Flintwinchs Gewohnheit, ſich für ihre Nachläſſigkeit dadurch zu rächen, daß er ihr an der Treppe an den Hals ſprang und ſie abſchüttelte, Veranlaſſung wurde, daß ſie ſtets ungewiß war, wann er ihr wieder einmal auf dieſe Weiſe auflauern möchte.
Klein Dorrit hatte eines Tages endlich ihre Arbeit in Mrs. Clennams Stube vollendet und ſuchte ſorgſam ihre
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