Teil eines Werkes 
4. Th. (1856)
Entstehung
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Niemands Verſchwinden. 145

ſich gegenſeitig glücklich machen und ſtolz auf einander ſind, und einander lieben, da Beide mich ſo innig lieben o ſo verſuchen Sie, da Sie ein ſo gütiger, treuherziger Mann ſind, wenn ich zuerſt vom Hauſe getrennt bin(ich gehe in weite Ferne weg), Papa ein wenig mehr mit ihm zu verſöhnen, und benutzen Sie Ihren großen Einfluß dazu, daß er Papa frei von Vorurtheil und in ſeiner wahren Geſtalt vor Augen bleibt. Wollen Sie das für mich thun als edelherziger Freund?

Arme Pet! In Selbſttäuſchung befangenes, irrendes Kind! Wann wurde je eine ſolche Veränderung bewirkt in den natürlichen Beziehungen von Menſchen zu einander, wann wurde je eine ſolche Verſöhnung tiefinnerlichſter Ge⸗ genſätze zu Stande gebracht! Es iſt oft von andern Töch⸗ tern verſucht worden, Minnie; es iſt nie von Erfolg gewe⸗ ſen, es iſt nie etwas Anderes dabei herausgekommen, als Mißlingen.

So dachte Clennam. So ſagte er aber nicht; es war zu ſpät. Er verpflichtete ſich, Alles zu thun, um was ſie ihn bat, und ſie wußte ſehr wohl, daß er es thun würde.

Sie waren jetzt am letzten Baume in der Allee. Sie blieb ſtehen und entzog ihm ihren Arm. Indem ſie zu ihm ſprach, blickte ſie empor ihm in die Augen und berührte mit der Hand, die vorher zitternd auf ſeinem Aermel geruht, eine der Roſen in ſeinem Buſen. Sie ſagte:

Theurer Mr. Clennam, in meinem Glücke denn ich bin glücklich, obſchon Sie mich weinen ſahen kann ich es