Niemands Verſchwinden. 141
darauf ſein! Bitte, ſchenken Sie es mir. Bitte, vertrauen Sie mir.“
„Ich würde nie Anſtand genommen haben, Ihnen zu ver⸗ trauen,“ erwiderte ſie, indem ſie ihn mit offenem Blicke an⸗ ſah.„Ich glaube, ich würde es ſchon vor einiger Zeit ge⸗ than haben, wenn ich gewußt hätte, wie. Aber ich weiß ſelbſt jetzt kaum, wie ich mich ausſprechen ſoll.“
„Mr. Gowan,“ ſagte Arthur Clennam,„hat Urſache, ſehr glücklich zu ſein. Gott ſegne ſeine Frau und ihn!“
Sie weinte, als ſie ihm zu danken verſuchte. Er be⸗ ruhigte ſie, nahm ihre Hand, als ſie mit den zitternden Ro⸗ ſen darin auf ſeinem Arme lag, nahm die übrigen Roſen aus derſelben und küßte ſie. In dieſem Augenblicke ſchien es ihm, als ob er endlich ganz die ſchwindende Hoffnung aufgäbe, die in Niemands Herz noch geflackert und ihm ſo viel Schmerz und Unruhe verurſacht, und von dieſer Zeit an wurde er in ſeinen Augen in Betreff aller ähnlichen Hoffnungen und Aus⸗ ſichten ein viel älterer Mann, der mit dieſem Theil des Le⸗ bens abgeſchloſſen hatte.
Er ſteckte die Roſen in ſeinen Buſen und ſie gingen ein Weilchen langſam und ſchweigſam weiter unter den ſchattigen Bäumen. Dann fragte er ſie mit der Stimme heiterer Güte, ob es noch Etwas gäbe, was ſie ihm als ihrem Freunde und dem Freunde ihres Vaters und als einem Manne, der viele Jahre älter als ſie ſei, zu ſagen hätte; ob ſie ihm ein Ver⸗ trauen erweiſen, einen Dienſt von ihm, eine Hülfeleiſtung zur Förderung ihres Glücks erbitten wolle, von der ſie zu
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