Niemands Verſchwinden. 139
gekommen zu ſein. Es war eine gewiſſe Verlegenheit in ihrem Weſen, welche Clennam zuvor nie bemerkt hatte, und als er ſich ihr näherte, kam ihm plötzlich der Gedanke, daß ſie mit Vorſatz dort ſei, um mit ihm zu ſprechen.
Sie gab ihm die Hand und ſagte:„Sie wundern ſich, mich hier allein zu ſehen? Aber der Abend iſt ſo wunder⸗ ſchön, daß ich weiter geſchlendert bin, als ich Anfangs beab⸗ ſichtigte. Ich hielt es für wahrſcheinlich, daß ich Ihnen be⸗ gegnen würde und das gab mir mehr Zutrauen. Sie kom⸗ men ſtets dieſen Weg, nicht wahr?“
Als Clennam ſagte, es ſei ſein Lieblingsweg, fühlte er, wie ihre Hand auf ſeinem Arme bebte und ſah die Roſen
‚zittern.*
„Wollen Sie mir erlauben, Ihnen eine zu geben, Mr. Clennam? Ich ſammelte ſie, als ich aus dem Garten kam. In der That, ich ſammelte ſie eigentlich faſt für Sie, indem ich es für ſo wahrſcheinlich hielt, daß ich Ihnen begegnen würde. Mr. Doyce traf vor länger als einer Stunde ein und erzählte uns, daß Sie zu Fuße herunterkämen.“
Seine eigene Hand bebte, als er eine oder zwei Roſen von ihr annahm und ihr dankte. Sie waren jetzt an einer Allee von Bäumen. Ob ſie ſich in ſie auf ſeine oder ihre Veranlaſſung wendeten, iſt ziemlich gleichgültig. Er wußte niemals, wie es kam.
„Es iſt ſehr düſter hier,“ ſagte Clennam,„aber ſehr an⸗ genehm in dieſer Stunde. Wenn wir durch dieſen tiefen Schatten und aus jenem Lichtbogen am andern Ende gehen,


