Teil eines Werkes 
4. Th. (1856)
Entstehung
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138 Achtundzwanzigſtes Kapitel.

Neſte gegangenen Vogels, dem fernen Bellen eines Hundes oder dem Gebrüll einer Kuh in allen ſolchen Tönen wal⸗ tete der Hauch der Ruhe vor, welcher ihn in jedem Dufte zu umgeben ſchien, der die würzige Luft verſüßte. Die lan⸗ gen Linien von Roth und Gold am Himmel und die ſtrah⸗ lende Bahn der ſinkenden Sonne waren alle von himmliſcher Ruhe. Auf den purpurnen Baumwipfeln in der Ferne und auf der grünen Höhe in der Nähe, an welcher die Schatten langſam hinaufkrochen, lag ein ähnliches ſchweigſames We⸗ ſen. Zwiſchen der wirklichen Landſchaft und ihrem Schatten⸗ bilde im Waſſer war kein Unterſchied, ſo ungeſtört und klar waren beide, ſo voll von feierlichen Geheimniſſen über Leben und Tod und doch in ihrer zarten und gnadenvollen Schön⸗ heit zugleich ſo voll Hoffnung für das getröſtete Herz des Be⸗ ſchauers.

Clennam war ſtehen geblieben, nicht zum erſten Male unter vielen Malen, um ſich umzuſehen und das, was er ſah, ſich in die Seele ſinken zu laſſen, wie die Schatten, die, wenn er auf ſie blickte, tiefer und immer tiefer in's Waſſer zu ſinken ſchienen. Er machte ſich eben langſam wieder auf den Weg, als er auf dem Pfade vor ſich eine Geſtalt ſah, deren Bild er vielleicht ſchon mit dem Abend und ſeinen Eindrücken verbun⸗ den hatte.

Minnie war dort, allein. Sie hatte einige Roſen in der Hand und ſchien, als ſie ſeiner anſichtig geworden, ſtehen ge⸗ blieben zu ſein und auf ihn zu warten. Ihr Geſicht war ihm zugekehrt und ſie ſchien von der entgegengeſetzten Seite her⸗