154 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
die in ihrer Wortſtellung lag, wirkte die Rede der Mrs. Chi⸗ very wie eine beſchworene Zeugenausſage.
„Darf ich fragen, was Ihre Verſion der Sache iſt?“
„Das dürfen Sie,“ ſagte Mrs. Chivery,„und ich will es Ihnen auf meine Ehre und mein Wort ſagen, ſo wahr ich in dieſem Laden hier ſtehe. Alle Welt iſt unſerm John gut und will ihm wohl. Er ſpielte mit ihr als Kind wie ſie als Kind in jenem Hofe ſpielte. Er iſt ſeitdem immer mit ihr bekannt geweſen. Er ging am Sonntag des Nachmittags aus, als er in dieſer Stube da zu Mittag gegeſſen, und traf ſie, ob auf Beſtellung oder ohne Beſtellung behaupte ich nicht ſagen zu können. Er machte ihr ſeinen Antrag. Ihr Bruder und ihre Schweſter betrachten ſich als etwas Vornehmes und ſind gegen unſern John. Ihr Vater denkt nur an ſich und mag ſie mit Niemand theilen. Unter dieſen Umſtänden hat ſie unſerm John geantwortet:„Nein, John, ich kann Deine Frau nicht werden, ich kann niemals Frau werden, ich beabſichtige mich gar nicht zu verheirathen, ich beabſichtige ſtets ein Opfer zu ſein, lebe wohl, ſuche Dir eine andere, die Deiner würdig iſt und vergiß mich.“ Das iſt die Art, in welcher ſie verdammt iſt, eine ewige Sclavin zu ſein, vor ihnen, die nicht werth ſind, daß ſie eine ewige Sclavin vor ihnen ſein ſollte. Das iſt die Art, in welcher unſer John dahin gekommen iſt, kein anderes Vergnügen zu finden, als unter der Wäſche den Schnupfen zu kriegen und in dieſem Hofe, wie ich Ihnen gezeigt habe, eine zuſammengebrochene Ruine zu ſein, die hinzugehen im Begriff iſt in ihre Muttererde!“ Hier
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